Die Saft Diät

Wer Gewicht verlieren will, sucht nach einer funktionierenden Heil Diät für sich und seine Lebenssituation. Nicht nur das persönliche Wohlbefinden macht die Reduzierung des Gewichts notwendig, auch der Hinweis der Mediziner. Wobei solche Dinge wie der BMI eine zweitrangige Rolle darstellen, wenn man erst einmal so beleibt ist, dass man sich darum kümmern muss. Überhaupt sollte gelten, dass nicht eine Liste oder eine ermittelte Zahl der Maßstab ist für das zweckmäßigste Gewicht einer Person, sondern sein Wohlfühlgewicht. Der Mensch muss sich, im wahrhaftigsten Sinne des Wortes, in seiner Haut sich’s behaglich machen. Dann ist es egal, wie viel er wiegt.
Die meisten übergewichtigen Erdbewohner fühlen sich in ihrer Haut gerade nicht wohl. Die Blicke und Anmerkungen der Umgebung sowie die Hinweise der Ärzte tun ein Übriges. Aus dieser Haltung heraus greifen die verfetteten Menschen zur Abmagerungskur. Diese Motivation ist jedoch auch erforderlich, um eine Diät, welche auch immer, durchzustehen.
Eine Spezialform des Fastens ist die Saft Diät. Bei ihr wird über eine überschaubare Zeitspanne hinweg nur Wasser und Fruchtsaft getrunken. Generell werden dafür drei Wochen Spanne angeraten. So eine lange Zeit ohne Ernährung geht nicht ohne medizinische Kontrolle. Deshalb wird eine Saft Diät auch in einem speziellen Krankenhaus ausgeführt. Ein solcher Klinikaufenthalt ist stets flankiert mit vielfältiger Bewegung für den adipösen Menschen. Besondere Bewegungsübungen für Adipöse unter kundiger Anweisung, Tischtennis, Ballspiele, Läufe und allemal der allenthalben so geschätzte Frühsport. Diese Bewegung ist erforderlich, um zum einen den Stoffwechsel in Gang zu halten und zum anderen zu vermeiden, dass der Körper mangels Ernährung Muskelmasse verarbeitet. Wasser kann der Patient beliebig zu sich nehmen und soll es auch so viel wie möglich. Saft erhält er pur, 0,7-1 l Fruchtsaft, nach Möglichkeit natürlichen, ohne Konservierungsstoffe. Dabei sollte anvisiert werden, dass der Patient öfter einmal einen anderen Saft trinkt. Ich hatte das Desaster, bei einer solchen Saftkur einmal sechs Wochen lang jeden Tag 1 l Orangensaft schlucken zu müssen. Seitdem, seit 33 Jahren, kann ich das Zeug nicht mehr sehen, trinken schon gar nicht.
Eine Saft Diät hat auf alle Fälle entgegen dem echten Fasten einen durchgreifenden Mangel: Es wird zwar keine feste Nahrung gegeben, Kalorien gibt es freilich ausgiebig. So eine Flasche Saft hat 600 bis 800 kcal, also nix mit kalorienarmer Kost. Dafür hat sie auch gegenüber dem Fasten einen Pluspunkt. Für gewöhnlich folgt keine Azidose mit all ihren Folgen. Kein Mundgeruch, keine Übersäuberung des Körpers. Im Übrigen läuft die Saft Diät ähnlich ab wie eine Fastendiät. Auch hier endet nach etwa drei Tagen das Hungergefühl und es kommt eine Zeit des Wohlbehagens, voller Tatkraft und Energie. Nach Ablauf der drei Wochen Saft schlucken wird abgefastet. Am ersten Tag gibt es ein Stück Obst, am zweiten Tag schon Suppe, dann Weißbrot usw. Nach etwa einer Woche ist man dann an die normale Kost herangeführt. Jedenfalls an das, was er die Ernährungswissenschaftler für Normalkost halten. Während der Zeit des Saftfastens bekommen die Kranken in der Klinik ausführliche Ernährungsberatung, Kochkurse, Hinweise zur regelmäßigen Betätigung usw. Deren Nutzen sei zweifelhaft, denn auch bei dieser Diät wird einen der Jo-Jo-Effekt erbarmungslos heimsuchen.

© J. Schlesinger

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